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Judith Schmitt-Helfferich

Von Judith Schmitt-Helfferich, Heidelberg, Katholische Kirche

Das beste Trio

Mittwoch, 06. Januar 2016     [Druckversion]

Sie sind das beste Trio aller Zeiten.

Vielleicht denken Sie jetzt an die drei Musketiere oder an die drei Tenöre.

Für mich sind die Heiligen Drei Könige das beste Trio aller Zeiten!

In der Bibel ist übrigens an keiner Stelle von „drei Königen“ die Rede, sondern lediglich von Sterndeutern aus dem Osten. Aber wie dem auch sei: das hat ihnen und ihrer Botschaft sicher nicht geschadet.

Denn Caspar, Melchior und Balthasar sind für mich wichtig, weil sie so gut suchen können. Man könnte sogar sagen, ihre Geschichte ist eine richtige Glückssucher-Geschichte.

Denn wer das Glück sucht, der spürt, dass es noch mehr gibt. Wer sucht, ist aufmerksam und sehnt sich nach dem, was dem Leben Sinn gibt.

Die Sterndeuter haben genau das ihr Leben lang gesucht. Jeden Tag haben sie aufmerksam die Sterne beobachtet. Sie sind wachsam geblieben und haben deshalb auch die besondere Sternenkonstellation entdeckt. Ihnen war klar: jetzt müssen wir los. Orientierung gibt der Stern.

Außer Aufmerksamkeit brauchen die Sterndeuter für ihre Suche aber auch einiges an Zeit. Umso mehr, da sie sich durchfragen und einen Umweg über Jerusalem in Kauf nehmen müssen. Doch immerhin bekommen sie dort wichtige Informationen, die bei der Suche weiterhelfen. Und schließlich finden sie, wonach sie gesucht haben.

Mit den drei Königen kann ich also gut suchen-üben.

Zunächst braucht es als Aufhänger der Suche einen Stern. Etwas, was mich aufschauen lässt. Was mich neugierig macht. Und dann muss ich den Mut haben loszugehen. Fragen und suchen, Umwege aushalten und mir Zeit nehmen.

Und wie bei den Königen ist manches Mal auch ein Perspektivwechsel angesagt. Vom Blick in den Himmel haben sie, an der Krippe angekommen, den Blick vor allem nach innen gerichtet. Sie haben auf ihren Traum geachtet, ihrer Intuition getraut und dann davon ihren weiteren Weg bestimmen lassen.

Auch das zeigt mir das heilige Trio: nämlich ab und an in mich hinein zu hören. Denn letztlich ist der Weg zu dem, was mich glücklich macht, schon in mir.

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