Manuskripte

Anstöße SWR1
Morgengedanken SWR4 Baden-Württemberg

Aktuelle Woche   Archiv



Dr. Peter Kottlorz

Von Dr. Peter Kottlorz, Rottenburg/N., Katholische Kirche

SOS

Donnerstag, 14. Juni 2012     [Druckversion]

Kleine Quizfrage am frühen Morgen: Welche Worte stecken abgekürzt im internationalen Notruf SOS? Kurze Nachdenkpause ... und die Antwort ist: „Save our souls", rettet unsere Seelen! S für save, O für our und S für souls. Ein schöner Notruf wie ich finde, er hätte ja auch „Rettet unsere Köpfe" heißen können oder „helft unseren Hälsen". Nein, um die Seele geht es. Und manchmal funkt die Seele selbst SOS. Wenn wir Kummer haben, trauern oder gar depressiv sind. Es ist zu sehr untergegangen in den letzten Jahrzehnten, dass die Religionen nicht nur dazu da sind, um die Seelen für die Zeit nach diesem Leben zu retten, sondern gerade auch schon hier. Save our Souls... Und es ist auch zu sehr in Vergessenheit geraten wie heilsam die Religionen für die Seele sein können. Durch Regeln, die ins Allgemeingut unseres Lebens und auch in viele Therapien eingegangen sind. Zum Beispiel verkämpf Dich nicht zu sehr bei Dingen, die nicht zu ändern sind. Aber nicht als falsch verstandene Form von Schicksalsergebenheit. Sondern als Fähigkeit zu unterscheiden, was Du verändern kannst, das Unveränderliche aber auch anzunehmen. Eine andere Regel für das Seelenheil ist, verzeihen zu können. Denn wenn Du nicht verzeihen kannst, beißt Du Dich fest an der Verletzung oder an dem Menschen, der Dich verletzt hat. Und bist ganz einfach unfrei dadurch. Ein weiteres Mittel für ein ausgeglichenes Seelenleben ist Dankbarkeit. Wenn Du danken kannst, siehst Du nicht nur die schlechten Seiten in Deinem Leben. Du kannst erkennen was Du alles geschenkt bekommen hast. Und das kann vieles Negative ausgleichen und froher machen. Und schließlich: Versuche immer wieder in die Ruhe zu kommen, egal, was passiert. Ob Gutes oder Schlechtes, suche Deine Mitte, die in Dir liegt. Sei es durch Meditation, Gebet oder Yoga. Deine Seele wird es dir danken, wenn Du sie immer wieder in ruhigere Gewässer führst.