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Altfried G. Rempe

Von Altfried G. Rempe, Trier, Katholische Kirche

schaff rock!...

Samstag, 28. April 2012     [Druckversion]

Es war schon eine spektakuläre Aktion, letzten Mittwoch in Trier.
Schaffrock hieß die - und das ist kein neues deutsches Musikformat.
Schaffrock - da finden zwei Wörter zusammen:
das Trierische Wort für Arbeit -  Schaffen sagen sie an der Mosel.
Und Rock ist zwar auch Musik - in diesen Wochen in Trier aber mehr
der Heilige Rock, das letzte Hemd von Jesus, ausgestellt im Trierer Dom. Im Bistum Trier gibt es eine Aktion gegen die Arbeitslosigkeit -
die könnte sich zwar auch Aktion Schaffe nennen -
aber sie haben sich doch lieber für Hochdeutsch entschieden. Aktion Arbeit.
Und die hat ihren eigenen Akzent zur Wallfahrt gesetzt.
Es ist ein freudiges Ereignis, gute Stimmung in der ganzen Stadt,
schöne Gottesdienste, tolle Musik bei Kerzenlicht Abends im Dom
oder die farbig ausgeleuchtete Jugendkirche:
Das alles ist gut - aber draußen herum und in Trier selbst
bleiben die Probleme so vieler Menschen.
Und auf die macht der Schaffrock aufmerksam:
Auf die jungen Leute, die immer noch vergeblich nach Arbeit suchen,
obwohl die Wirtschaft doch so dringend Nachwuchs braucht.
Auf die älteren Arbeitnehmer, Männer und vor allem Frauen,
die nach langen Jahren auf Arbeit plötzlich ohne da stehen
und oft genug abstürzen in Hartz vier... Für die bietet die Aktion Arbeit alle möglichen Maßnahmen an -
unterstützt Ausbildung, begleitet Weiterbildung, finanziert neue Arbeitsplätze mit.
Tropfen auf einen immer noch heißen Stein - ja richtig.
Aber für die Betroffenen ein Stück Zukunft. Nicht nur nebenbei hält die Aktion Arbeit das öffentliche Bewusstsein wach
für die Probleme der Menschen da am Rande.
Jetzt eben mit dem Schaffrock; eine sechs Meter hohe Figur des Heiligen Rocks,
zusammengeschweisst aus Stahl-Lochblechen,
mit Mosel-Lastkahn und Tieflader in die Stadt gebracht.
Jetzt steht er vor der Basilika - eine gewichtige Wallfahrts-Botschaft:
Sorgt mit dafür, dass arbeiten darf, wer arbeiten kann!
Und führt unsere Gesellschaft wieder zusammen, die so sehr getrennt ist.