
Von Altfried G. Rempe, Trier, Katholische Kirche
bibel: leben statt verteilen...
Dienstag, 24. April 2012
Da war der Trierer Wallfahrts-Helfer schon leicht geschockt.
Ob er hier den Koran verteilt, hatte ein Tourist ihn gefragt.
Der hatte seine Dienstkleidung gesehen - und in diesen Tagen
war das ja vielleicht eine naheliegende Vermutung:
Die verteilen den Koran - jetzt auch in Trier. Schon möglich, dass manche in Trier und rundherum die Heilig Rock-Wallfahrt als so was Ähnliches sehen wie Korane verteilen.
So ein großer Glaubens-Event hat nebenbei eben auch PR-Wirkung.
Und es gab wirklich schon den Vorschlag, kurz nach Ostern,
wir sollten doch als Kirche jetzt bitte auch Bibeln drucken lassen
und kostenlos verteilen.
In den Fußgängerzonen oder direkt in die Briefkästen. Ich finde, wir sollten das lieber lassen.
Mal abgesehen davon, wie viel das kosten würde -
selbst wenn sich ein reicher Sponsor finden würde:
Soll für die Caritas spenden oder ein Ökoprojekt in Bolivien oder Afrika.
Die Bibel in Massen zu drucken und zu verteilen: Wer hätte was davon!? Ich finde, die Bibel ist einfach ein zu wichtiges und eigentlich zu heiliges Buch,
als dass sie gleich massenhaft über den Umweg Straßenverteilung
zum Altpapier wandern darf.
(Das gilt für den Koran wohl auch -
ist aber eher das Problem der Muslim-Gruppe, die den gerade verteilt.)
Zu heilig für's Altpapier - und:
Nur das Buch in die Hand gedrückt zu kriegen, ist ja auch viel zu wenig.
Die Bibel wird erst lebendig und verständlich -
sogar mit ihren vielen Widersprüchen verständlich und akzeptabel,
wenn Menschen, wenn Christen ihre Botschaft ins Leben umsetzen. Komm und schau, wie ich lebe,
hat ein Kirchenvater vor anderthalb Tausend Jahren gesagt,
als einer ihn nach der Botschaft der Bibel fragte.
Sollte er dem einfach das Buch in die Hand drücken!?



