
Alle Manuskripte von Dr. Friedemann Fritsch
St. Georgen, Evangelische Kirche
65 Texte vorhanden
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Ziele erreichen
SWR2 Wort zum Tag
Mittwoch, 24. August 2011
In dem Kinderbuch Momo von Michael Ende sagt der Straßenkehrer:
"Es ist so. Manchmal hat man eine lange Straße vor sich. Man denkt, die ist so schrecklich lang.
Das kann man niemals schaffen. Und dann fängt man an, sich zu beeilen. Aber jedesmal, wenn man aufblickt, sieht man, dass es gar nicht weniger wird, was da vor einem liegt. Und man strengt sich noch mehr an. Man kriegt es mit der Angst. Zum Schluss ist man ganz ... weiterlesen »
um HIlfe bitten
SWR2 Wort zum Tag
Dienstag, 23. August 2011
Nein - ich will nicht um Hilfe bitten, sagt sie mir. Ich möchte niemandem zur Last fallen.
Ein Leben lang hat die alte Dame für sich und für die Familie gesorgt.
Unerträglich ist für sie der Gedanke, auf Hilfe angewiesen zu sein.
Sie fühlt sich in ihrer Würde beeinträchtigt, das Leben hat für sie, wie es sagt, keinen Sinn mehr, wenn sie es nicht selbst gestalten und bestimmen kann.
Ein ... weiterlesen »
Gott oder Mammon
SWR2 Wort zum Tag
Montag, 22. August 2011
Niemand kann zwei Herren dienen, sagt Jesus in der Bergpredigt.
In den Schauspiel: Diener zweier Herren von Goldoni wird das in lustiger Weise deutlich gemacht.
Da ist ein Mensch, der sich in ein doppeltes Arbeitsverhältnis begibt und damit zwei Chefs hat. Beide machen ihre Ansprüche geltend, und es ist klar, dass das nicht gutgehen kann. Verzweifelt und vergeblich bemüht sich der Angestellte, alles unter einen Hut zu bekommen.
Im Alltag kennen wir das auch. ... weiterlesen »
Gott liebt kompromisslos
SWR2 Wort zum Sonntag
Sonntag, 21. August 2011
In der Nähe unserer früheren Heimat gab es einen Hügel, wunderschön gelegen.
In vorchristlicher Zeit, so fanden wir heraus, war da oben eine Kultstätte, ein Ort also, an dem Priester - Druiden - ihre Geister und Götter verehrten.
Als dann im 5. Jahrhundert die ersten Missionare in diese Gebiete kamen, wurden diese Stätten zerstört. Sie blieben oft noch heimliche Treffpunkte von Menschen, die ... weiterlesen »
Sterben und Geborenwerden
SWR2 Wort zum Tag
Mittwoch, 29. Juni 2011
Sterben und Geborenwerden sind sich ähnlicher, als es manchmal den Anschein hat.
In beiden Fällen muß ein Mensch herausgehen aus dem, was ihm vertraut ist.
Und er muß hinein in eine Welt, die er nicht kennt, die in der Regel auch nicht betreten will, weil sie als feindlich empfindet, als unbekanntes, bedrohliches Land.
Man hat festgestellt, dass Babies bei ihrer Geburt Todesängste austehen und damit im ... weiterlesen »
Gottes Augenstern
SWR2 Wort zum Tag
Dienstag, 28. Juni 2011
Du bist mein Augenstern - so sagt man, wenn man einen Menschen liebhat, wenn man auf ihn achtet. Mit "Augenstern" kann man das lateinische Wort pupilla übersetzen, die Pupille also, das Innerste unseres Auges. Die Pupille ist mein Fenster zur Welt. Sie ist aber auch der Spiegel, in dem ich mich selbst sehen und erkennen kann - im Auge eines anderen.
Das Wort Pupille hat eine spannende Geschichte.
Ursprünglich heißt es nämlich: kleines Mädchen oder Puppe. ... weiterlesen »
Keiner wird zurückgelassen
SWR2 Wort zum Tag
Montag, 27. Juni 2011
In der Klosterkirche zu Vézelay, in Burgund, zeigt das Kapitell einer Säule zwei Darstellungen des Judas, also des Jüngers, der Jesus verriet.
Das erste Relief stellt das Ende des Verräters dar. Judas hängt am Strick.
So hat er nach Matthäus sein Leben beendet.
Das zweite Relief auf der Rückseite lässt mir den Atem stocken.
Da steht Jesus, unverkennbar. Er hat den Strick um Judas' Hals ... weiterlesen »
Wasser ist Leben
SWR2 Wort zum Sonntag
Sonntag, 26. Juni 2011
Lebensdurst kann quälend sein.
Ich kenne es auch. Man hat das Gefühl, am Leben zu sein, aber nicht wirklich zu leben.
Man hat so einen Geschmack auf der Zunge, ist aber mit dem Wenigen nicht zufrieden.
Man kann versuchen, diesen Durst materiell zu stillen. Nicht zufällig gab es ein Versandhaus mit dem Namen »Quelle«. Prinzip: Kaufe dich satt - und du hast ein erfülltes Leben. Aber auch andere Quellen locken: Bücher. ... weiterlesen »
Nach-Sehen
SWR2 Wort zum Tag
Samstag, 12. März 2011
Manchmal habe ich das Nach-Sehen. Nach-Sehen heißt: Es ist zu spät, ich schaue einer verpassten Gelegentheit hinterher. Da haben die anderen wieder mal etwas geplant und beschlossen, ohne mich zu fragen. Es wäre so gut gewesen, wenn jemand angerufen hätte, noch besser, wenn jemand sich bei mir hätte sehen lassen. Ich hätte Klarheit gewonnen in dem Nebel aus Gerüchten und Meinungen, ich hätte reden können. ... weiterlesen »
Maske runter!
SWR2 Wort zum Tag
Freitag, 11. März 2011
Sich verstecken macht Spaß. Die Identität wechseln, unerkannt in eine fremde Rolle schlüpfen.
Kinder lieben es, jemanden zu spielen, der groß und stark und schön ist, am besten schon erwachsen. Und Erwachsene verstecken sich auch mal ganz gern und spielen anderen was vor.
In der Regel freut man sich aber auch, wenn man die Maske wieder abnehmen, wieder man selber sein kann.
Das merkt man, wenn die Fasnet zuende geht. ... weiterlesen »

